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Büro zu mieten?
Sie glauben, geben und nehmen könne man nicht verwechseln? Ebenso wenig wie finden und verlieren oder wie suchen und anbieten? Doch wie steht es mit mieten und vermieten und mit kaufen und verkaufen? Eigentlich sind es Gegensätze, und doch auch wieder nicht. -  Von Bastian Sick

 SPIEGEL ONLINE Kultur vom  26.9.2007

An einem sommerlichen Freitagnachmittag schlendern Henry und ich durch die Innenstadt. Mit Bedauern stellen wir fest, dass das Antiquariat in der Fußgängerzone dicht gemacht hat. Im Schaufenster hängt ein großes Schild mit der Aufschrift: "Ladenfläche zu vermieten". "Vermutlich eröffnet hier demnächst ein weiterer Coffeeshop", sagt Henry. "Wozu braucht der Mensch auch alte Bücher, wenn er einen Grande caffè latte mit Hazelnut-Flavor haben kann?" - "Genau!", pflichte ich ihm bei, "und es gibt ja auch erst vier Coffeeshops in dieser Straße."

Zwei Geschäfte weiter scheint ebenfalls ein Inhaberwechsel bevorzustehen. Vor den Fenstern im ersten Stock hängt ein großes Werbetransparent. "Büroräume in dominanter Ecklage zu mieten", liest Henry vor. "Das ist aber seltsam, findest du nicht?" Ich erwidere lachend: "Dominante Ecklage - das ist doch genau das richtige für den ehrgeizigen Chef einer Ich-AG." - "Ich meine nicht die dominante Ecklage", erklärt Henry, "sondern das 'zu mieten'. Beim Antiquariat steht 'zu vermieten', und hier heißt es 'zu mieten'. Gemeint ist zweifellos dasselbe, dabei bedeutet mieten doch genau das Gegenteil von vermieten." Das stimmt. Was ist denn nun richtig?

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