Drafi Deutscher ist tot. Viel zu früh ist der Titan der deutschen Unterhaltung von der Bühne abgetreten. Ein trauriger, aber zugleich würdiger Anlass, eine Lanze für den deutschen Schlager zu brechen. Vor allem für eine grammatisch heftig umstrittene Liedzeile.
"Marmor, Stein und Eisen bricht" sang Drafi Deutscher 1965. Ein toller Schlager, der fast zu einer Art Volkslied geworden ist. Und der immer wieder gern zitiert wird, wenn es um Sprache und Schlager geht. Nicht nur wegen der bedeutungsvollen Worte "dam dam, dam dam", sondern vor allem wegen der Titelzeile. Die enthält eine Aufzählung von drei Materialien: Marmor, Stein und Eisen. Ursprünglich sollten es nur zwei sein, denn Marmor und Stein waren eigentlich als ein Wort gedacht: "Marmorstein" - so wie Ebenholz und Elfenbein. Marmor ist ja schließlich eine Gesteinsart, folglich ist die Unterscheidung zwischen Marmor einerseits und Stein andererseits nicht besonders ergiebig. Aber darum geht es hier nicht. Es geht um das letzte Wort der Zeile, um das Verb "bricht". Sprachpuristen werden nämlich nicht müde zu monieren, dass hier ein Fehler vorliege. Es müsse "brechen" heißen, sagen sie. Schließlich bestehe das Subjekt des Satzes aus mehreren Teilen, folglich müsse das Verb im Plural stehen: Marmor, Stein und Eisen brechen. Dam dam, dam dam.
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