Ich bin vor kurzem umgezogen, und mittlerweile ist meine Wohnung fast vollständig eingerichtet. Es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten - zum Beispiel Bilder an den Wänden. Aber gerade damit tue ich mich besonders schwer, denn das Anbringen von Bildern ist eine heikle Sache. Das weiß ich aus Berufserfahrung. Nun bin ich weder Galerist noch Innenarchitekt, sondern Journalist. Aber gerade in diesem Beruf sind Bilder ein Problem. Ehe man sich versieht, hängt eines schief. Oder es fällt einem direkt auf den Fuß.
Wenn Ihnen das zu bildhaft ist, kann ich selbstverständlich auch gern konkreter werden. Wie wäre es mit einem Beispiel? Beginnen wir einfach mit dem "Heidengeld".
Zusammensetzungen mit dem Wort "Heiden" wie in Heidenspaß und Heidenarbeit zählen ohnehin nicht zum guten Stil, zumal sie durchs Raster der allgegenwärtigen Political Correctness fallen. Umso mehr wird man stutzig, wenn man in einem Artikel über den Wiederaufbau in Ostdeutschland folgenden Satz liest: "Gerade im Gebiet der Ex-DDR wird ein Heidengeld schon für die Notsicherung jahrzehntelang vernachlässigter und einsturzgefährdeter Kirchen benötigt." Ein Heidengeld für die Rettung der Kirche - wenn da mal nicht der Teufel seine Finger im Spiel hat!
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