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Grüße aus dem Jenseits
Der Tod gehört zum Leben, so will es die Natur. Der Mensch allerdings verfügt über Kräfte, die es ihm ermöglichen, die Gesetze der Natur außer Kraft zu setzen und dem scheinbar Unvermeidlichen ein Schnippchen zu schlagen. -  Von Bastian Sick

 SPIEGEL ONLINE Kultur vom  30.1.2008

TEine dieser Kräfte, mittels deren der Mensch den Tod zu besiegen vermag, ist der Glaube, eine andere die Phantasie. Die dritte und vielleicht am häufigsten anzutreffende ist sprachliche Ungenauigkeit. Dank ihrer Hilfe können Menschen auch nach ihrem Ableben noch eine ganze Menge Unheil anrichten. So erfuhr man beispielweise in der "Braunschweiger Zeitung": "71-Jähriger soll zunächst sich und später seine 65-jährige Ehefrau erschossen haben." Ich sehe es förmlich vor mir, wie der 71-Jährige nach seinem Selbstmord auf dem Weg ins Jenseits innehält und ausruft: "Mist, ich muss noch mal zurück, jetzt hab ich doch glatt meine Alte vergessen!"

Nicht erst seit Bram Stoker im 19. Jahrhundert seinen "Dracula" erschuf, wissen wir, dass wir uns die Welt mit Untoten teilen müssen. Die Angaben darüber, wie viele dieser Untoten es gibt, schwanken. Aber es müssen sehr, sehr viele sein, denn allein in Paraguay gibt es Hunderte, wenn man einem Bericht der "Rheinischen Post" glauben darf: "In einem Einkaufszentrum in Paraguay ist es zu einem verheerenden Brand gekommen", schrieb das Blatt im August 2004 in seiner Internetausgabe. "Dabei sind nach Angaben eines TV-Senders mindestens 340 Tote ums Leben gekommen."

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