Der Berliner Taxifahrer ist seit je eine Spezies für sich, nicht immer von überschwänglicher Freundlichkeit, aber nie um Worte verlegen, wenn es gilt, den Fahrgast mit einem Potpourri aus Schimpftiraden über die Regierung und philosophischen Erkenntnissen über die Wechselfälle des Lebens zu unterhalten. Die Aufklärung ist im Fahrpreis inbegriffen. Widerspruch ist zwecklos.
Im vergangenen Jahr gastierte ich mit meinem Bühnenprogramm über die Fallstricke der deutschen Sprache mehrmals in der Hauptstadt. An einem Abend war ich spät dran, und so sprang ich in ein Taxi und erklärte dem Fahrer, dass ich so schnell wie möglich ins Schiller-Theater müsse. "Wohin wollense?", fragte er mich. "Bitte fahren Sie mich ins Schiller-Theater!", wiederholte ich. Da wandte er sich zu mir um und sagte: "Det jeht nich, juter Mann. Ick kann Ihnen höchstens nachm Schiller-Theater fahren. Ins Theater müssen Se denn schon selba loof'n." Au weia, dachte ich, der Abend fängt ja gut an!
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