Ein paar Jahre lang war ich mal Vegetarier, aber am Ende hat die Fleischeslust doch gesiegt. Tut mir leid, Schweinchen Babe! Eines hat sich allerdings nicht geändert: Das Thema Fleisch bringt mich immer wieder in Erklärungsnot. Früher war es der ethische Aspekt, heute ist es der grammatische. Denn unsere Sprache gibt sich recht konfus, wenn es um Fleisch geht. Genauer gesagt, um die Zusammensetzungen aus fleischlichen Wörtern.
Nimmt man sich nur mal das Schwein vor, so stößt man alsbald auf eine einzige sprachliche Sauerei: Es gibt Schweinebauch und Schweinebraten mit einem "e" in der Mitte, aber Schweinsohren und Schweinsleder mit einem "s". Wer es eilig hat, der erledigt Dinge im Schweinsgalopp. Und wer eine Ferkelei anrichtet, der macht nicht etwa Schweinekram oder Schweinskram, sondern einfach Schweinkram.
"Musst du Fleisch vom Schwein gar nicht essen", sagt mein türkischer Nachbar, "dann hast du auch diese Probleme nischt!" Dieser sicherlich gut gemeinte Rat hilft aber nicht weiter, denn beim Rind sieht es nicht besser aus. Da gibt es Zusammensetzungen mit "er", dann gibt es welche mit "s" und schließlich solche ohne alles: Rinderroulade, Rindsbraten und Rindvieh.
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