Auf dem Weg zur Gepäckausgabe des Hamburger Flughafens fällt mein Blick auf die großflächige Anzeige eines Autoverleihers. Darauf sieht man eine junge Frau mit vom Wind zerzausten Haaren, und daneben steht zu lesen: "Welche Ampel, Herr Wachtmeister?" Darunter folgt, in etwas kleinerer Schrift, der Hinweis, dass der Autoverleiher wieder Cabrios einer bestimmten Marke im Angebot habe.
So weit, so witzig. Ansprechend ist die Werbung zweifellos, selbst wenn von der Frau aufgrund ihrer zerzausten Frisur nicht viel zu erkennen ist. Was mir indes noch größere Rätsel als die haarverschleierten Augen des Fotomodells aufgab, war das Wort "Wachtmeister". Denn es wirkte an dieser Stelle seltsam. Der gute alte Herr Wachtmeister und die junge, rasante Cabrio-Fahrerin schienen mir nicht recht zusammenzupassen. Und ich bin sicher, dass es nicht nur mir so ging. Ich sehe es förmlich vor mir, wie sich die Leute in der Werbeagentur den Kopf darüber zerbrochen haben, mit welchen Worten die Frau den Polizisten anreden soll. Jeder hatte das Gefühl, dass der "Herr Wachtmeister" eigentlich längst aus der Mode geraten ist. "Das Wording stimmt nicht", wird der Agenturleiter gemurmelt haben. Und doch fiel niemandem eine bessere Anrede ein. Was daran liegt, dass es keine bessere gibt.
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