Im Jahr 1943 hörte der "weiße Sport" auf. Als Luftwaffenhelfer, im Reichsarbeitsdienst, als Soldat und in Gefangenschaft gab es keine Gelegenheit zum Skisport. Erst ein Jahr nach Kriegsende (1946) fing ich unter völlig neuen Bedingungen wieder an Ski zu laufen. Durch Vermittlung einer Tante fand ich meinen Bruder in Garmisch-Partenkirchen, damals Deutschlands bekanntestes Skiparadies. Alles war neu, die Berge, das Gelände, Skilifte, Seilbahnen, Ski und Bindungen, und vor allem auch der Fahrstil. Das alpine Skigelände war schnell erprobt. Damals im Riesengebirge konnte eine Abfahrt erst nach einem stundenlangen Aufgestieg genossen werden.
Das regelmäßige Geräteturnen setzte ich bald im Turnverein in Garmisch fort. Als einziger "Preuße" dauerte es eine Weile, bis ich als "vollwertiger Mensch" angenommen wurde. Schließlich durfte ich an den Wettkämpfen des Vereins im Geräte-Sechskampf teilnehmen.
Während des Studiums in München war Sport Nebensache. Auch das wöchentliche Pendeln zwischen München und Garmisch, wo ich weiterhin wohnte und bei den US-amerikanischen Dienststellen arbeitete, nahm viel Zeit in Anspruch. Erst nach Ende des Studiums und mit dem festen Wohnsitz in München konnte ich wieder etwas für meinen Körper tun: Gymnastik, Basketball, Kegeln, Tennis und nach dem Tod des Ski- und Tennispartners Steptanz (seit 1980), den ich heute noch regelmäßig übe. Hoffentlich halten meine Gelenke die Beanspruchung noch eine Weile aus. Ein "hop" zum Beispiel ist ein Hüpfer auf einem Bein. Die Belastung seiner Gelenke beträgt mehr als das Körpergewicht. Zur Schonung der Gelenke achte ich streng auf mein Gewicht. Außerdem radle ich täglich auf dem Heimfahrrad 15 Km, um die Kondition zu halten. Die Mittänzerinnen und die wie üblich wenigen Tänzer in der Tanz- und Ballettschule sind alle etwa 40 Jahre jünger. Neben meiner "Radstation" steht ein Fernsehgerät, das ich allerdings selten einschalte. Meistens lese ich aufgehobene Artikel aus Zeitungen und Zeitschriften, die ich auf einer beleuchteten Ablage befestigen kann. In all den Jahren habe ich ca. 120 000 Km zurückgelegt, das sind dreimal der Erdumfang.
Im Frühjahr 2008 hörte ich mit dem Steptanz auf. Die Belastung des Rückens konnte ich nicht mehr durch Ruhepausen ausgleichen. Das Radeln auf dem Heimfahrrad gehört jedoch weiterhin zu meinem täglichen Training. Weitere 40.000 Km sind inzwischen abgeradelt worden. Und zum Verhindern des Muskelabbaus und vor allem zum Stärken der Rückenmuskel trainiere ich seit Mitte 2009 wöchentlich zweimal beim "Kieser". Dort stehen eine Vielzahl von speziell für bestimmte Muskeln eingerichtete Trainungsgeräte, zur Zeit arbeite ich an 10, die mit fest eingestellten Belastungen etwa zwei Minuten lang ohne Pause bewegt werden. Je nach Anstrengung wird das Gewicht in Stufen von ca. 1 Kg erhöht. Meine Rückenbeschwerden haben sich seitdem deutlich veringert.
Ab 1. Mai wird das geheizte Schwimmbad im Garten der Wohnanlage geöffnet. Wir sehen im Winter immer gern der Gelegenheit entgegen, den Tag mit Schwimmen, ich mit dem Hechtsprung zu beginnen.
Ergänzt am 23.1.2010
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