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Sprache / Artikel zur Sprache XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX / 126. Schmidt's Bäus-Dei
 

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Requiem für eine sprachverdorrte Ministerin
Bäusdei* oder Görlsdei,  wie hätten Sie es denn gerne?

von Ingo Dedenbach


Sehr geehrte Frau Schmidt,                             E-Post:  ulla.schmidt@bundestag.de

aus aktuellem Anlaß – die Rechtschreibreform kommt im Bundestag auf die Tagesordnung – möchte ich nicht versäumen, Ihnen die folgende Glosse über Ihr außerordentliches Geschick im Umgang mit unserer schönen deutschen Sprache zu übermitteln.

Ich freue mich über Ihre Nachricht, daß Ihnen die Deutschstunde nun doch noch geschlagen hat.

Mit besten Grüßen

Ingo Dedenbach
Bad Breisig am Donnerstag, Mittwoch, 1. Dezember 2004

Requiem für eine sprachverdorrte Ministerin
Bäusdei* oder Görlsdei,  wie hätten Sie es denn gerne?

DENGLISCH IST DAS ENGLISCH DER DUMMEN
 
Manchmal etwas schlicht und unwissend – tuend – gehört Ulla Schmidt zu den Deutsch-Ignoranten im Ministerrang. Sie erklärte am 16. August 2004 der Presse, daß sie einen Bäusdei einrichten werde, analog zu dem bereits bestehenden Görlsdei. Beim Bäusdei soll jungen Männern die Möglichkeit gegeben werden, Einblick in soziale Berufe, wie der Kranken- und Altenpflege, zu gewinnen. Die sprachlich mindergebildete Ministerin bemüht sich mit staatlicher Finanzierung  Denglisch hoffähig zu machen. Ich hoffe, daß einige pfiffige Bäus der Dame ihre Sprachdämlichkeit um die Ohren schlagen.

Glücklicherweise ist Ulla Schmidt „nur“ Gesundheitsministerin in diesem unserem Land und glücklicherweise haben wir keine Bundesbildungsministerin. Aber wir haben eine Kultur-Staatsministerin. Weiß, heißt die Dame. Ich weiß, sie schreibt sich mit „ss“. Aber sie hat natürlich keine Zeit, ihrer „Bundes-Minister-Kollegin“ auf übergeordneter Ebene die  Leviten zu lesen. Sie ist dabei, sich mit Gewalt  am Stuhl der Rechtschreibreform festzuklammern, obwohl schon Tausende an ihren Stuhlbeinen sägen. Das hinterläßt schmerzhafte und blutige Spuren. Also sitzt sie mehr beim Arzt, als sich ständig gegen die Ausuferung von „Denglisch ist das Englisch der Dummen“, so ein Leitsatz des Verein "Muttersprache“ und dessen Publikation die „Wiener Sprachblätter“, zu wehren.  

Es bleibt zu hoffen, daß es bis zu den Sprachverhunzern im Deutschen Bundestag durchdringt: von 80 % der Bevölkerung wird die Denglisch-Blödsprache nicht verstanden.

Vielleicht wäre Frau Ulla Schmidt doch besser bei ihrem ursprünglichen Beruf der Kindergärtnerin geblieben. Ihr schlechter sprachlicher Einfluß wäre dann auf wenige Kinder beschränkt, und die breite Öffentlichkeit wäre verschont geblieben.

*Für Leser, die des  Denglisch (noch) nicht mächtig sind: Bäusdei = Boys day = Jungentag (süddeutsch: = Bubentag oder Buamdoag). Kein Bubenstreich.

Wir sollten das alles nicht so ernst und verbissen sehen. Unsere Politiker und Politikerinnen genießen (weltweit) ohnehin nur sehr selten Vorbildfunktion; wie sollten sie auch – mit dem Sprachklotz am Bein: nicht der eigenen Landessprache mächtig und dem Denglisch verfallen. „Am Sportjournalismus orientieren“, scheint das Motto auf der Regierungsbank zu sein (Herr Schily hat übrigens den meisten Denglisch-Müll auf dem „Kerbholz".

 



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