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Sprache / Artikel zur Sprache XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX / „Die Macht der Sprache“ III
 

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„Die Macht der Sprache“ III
 Der Bezugsrahmen - Eine philosophisch-soziologische Reflexion

 

Prof. Dr. Johannes Weiß & Dr. Thomas Schwietring
Gesellschaftswissenschaften, Universität Kassel

1. Einleitung
Wie stets, wenn von „Macht“ die Rede ist, richtet sich die erste Assoziation auf die Macht von Menschen über Menschen, auf Macht als Unterbindung des freien Willens durch „Befehlen“ und „Gehorchen“. Macht erscheint in diesem Zusammenhang leicht als Grundübel menschlicher Gesellschaften und als Gegensatz von Freiheit schlechthin.
Doch das Problem der Macht ist in Wahrheit komplexer. Und besonders im Fall der „Macht der Sprache“ gestaltet es sich vielschichtig. „Macht der Sprache“ bedeutet nicht nur Sprache im Dienst der Macht, sondern Sprache kann Macht auch unterlaufen. Und vor allem verfügt sie selbst, als Sprache, über eine Macht ganz eigener Art. Das Verhältnis zwischen Sprache und Macht ist ambivalent.

Wovon zunächst die Rede war, ist die „Macht der Sprache“ als „Sprache der Macht“. Gemeint ist damit in einem allgemeinen Sinn, dass sich jede Macht letztlich der Sprache bedienen muss, durch sie vermittelt wird und sich darin manifestiert, zu befehlen, also zu sprechen, wo andere nur hören und gehorchen müssen. In einem engeren Sinn geht es in dieser bei diesem Verständnis von „Macht der Sprache“ um die Instrumentalisierung der Sprache zum Zwecke der Machtausübung. Die Beherrschung von Sprache selbst wird zum Mittel der Macht: als politische Rhetorik und Demagogie, als Ideologie und Verblendung, als Verführung durch Worte, als „Überreden“. Diese Macht der Sprache erstreckt sich von den großen politischen Zusammenhängen, von der Sprech- und damit auch Denkweise, die Diktaturen und totalitäre Herrschaftsordnungen den beherrschten Menschen aufzuzwingen versuchen, bis hin zu den kleinen Szenen des Alltags, den Verführungskünsten der Werbesprache, den Verkaufstricks im Telefonmarketing oder den drohenden Untertönen am Arbeitsplatz und in der Familie.

Lesen Sie weiter unter "Der Bezugsrahmen"

 



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