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Doktortitel 

 Neuauflage des deutschen Titelk(r)ampfes

Gesetzentwurf

13.12.2011

Deutscher Bundestag Drucksache 17/8128
17. Wahlperiode 13.12.2011

Gesetzentwurf

der Abgeordneten Krista Sager, Wolfgang Wieland, Kai Gehring, Memet Kilic, Hermann Ott, Ekin Deligöz, Katja Dörner, Agnes Krumwiede, Monika Lazar, Tabea Rößner, Ulrich Schneider und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Entwurf eines Gesetzes zur Streichung des Doktorgrades aus dem Passgesetz, dem Gesetz über Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis, der Personalausweisverordnung sowie dem Aufenthaltsgesetz und der Aufenthaltsverordnung


A. Problem

Der Doktorgrad wird in Deutschland auf Wunsch in Personalausweis und Pass aufgenommen. Zur Begründung wurde im Gesetzgebungsverfahren neben der Verwaltungspraxis angeführt, dass der Doktorgrad im täglichen Leben in der Regel neben dem Namen verwendet werde. Der Doktor ist tatsächlich jedoch kein Bestandteil des Namens und auch kein persönlicher Titel, sondern ein akademischer Grad wie der Diplomingenieur (Dipl.-Ing.), Master (M.A.) oder Magister (Mag.). Die Praxis der Eintragung in Personaldokumente ist auch international unüblich und sorgt für Verwirrung, wenn z.B. die Buchstaben "Dr." für die Anfangsbuchstaben des Familiennamens gehalten werden. Die Streichung des Doktorgrads aus dem Personalausweis und dem Pass bedeutet eine Anpassung an internationale Gepflogenheiten.

Für die Pass- und Ausweisbehörden ist die Bewertung der Eintragungsfähigkeit ausländischer Hochschulgrade schwierig und aufwendig, da sie in diesem Bereich über keine eigene Expertise verfügen. Durch die Streichung des Doktorgrades aus Pass und Personalausweis können sie entlastet und ein Beitrag zum Bürokratieabbau geleistet werden. Auch ist der Doktorgrad in Ausweisdokumenten zur Identifizierung einer Person nicht notwendig, daher soll die Aufnahme des Doktorgrads in Personaldokumente zukünftig entfallen.  Weiter

Die ausführlichen Stellungnahmen der den Gesetzentwurf ablehnenden Fraktionen sind nicht ernst zu nehmen. Die Argumentationsschwäche ist offensichtlich. Es bleibt nur die Tradition als Begründung für ein Gesetz.  Armes gebildetes Deutschland!

Wann entdecken die Regierungs-Fraktionen endlich die Realität und beenden den Missbrauch der Ausweisdokumente zur Titelpflege?14.2.2012

 



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