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Sprache / Rechtschreibreform / T.Wer schreibt am rechtesten?
 

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Rechtschreibreform: Wer schreibt am rechtesten? 
Die Reformgegner pochen auf sprachliche Integrität, suchen aber nur Schutz gegen jegliches Umlernen
Von Dieter E. Zimmer

DIE ZEIT Nr. 47 vom 14.11.1997 

Wenn später einmal ein Beispiel für eine fatale Impasse gesucht wird, einen Zustand, in dem es kein Vor und kein Zurück gibt, wird man nur ein Wort seufzen müssen: "Rechtschreibreform".

Sie ist da, und sie ist es nicht. Nach sieben Jahren der Beratung in staatlichem Auftrag hatten sich Ende 1994 Orthographieexperten aus den deutschsprachigen Staaten auf einen Reformvorschlag geeinigt. Anderthalb Jahre später, im Sommer 1996, war der Vorschlag zur offiziellen Absicht gediehen: Ab 1. August 1998 werde an den Schulen nach den neuen Rechtschreibregeln unterrichtet. Tatsächlich begann der Unterricht nach den revidierten Regeln in den meisten Bundesländern sofort. Schon ein Jahr vor der offiziellen Einführung lernten nahezu überall zumindest die Unterkläßler das Schreiben nach den neuen Regeln (von denen sie nicht viel mehr als das Wort "muss" betraf), waren nicht nur sämtliche Fibeln, sondern viele andere Schul- und Jugendbücher und auch manche Bücher für Erwachsene umgestellt, trafen aus den Schulen (in Sachsen, in Österreich) die ersten - günstigen Erfahrungsberichte ein. Trotzdem besteht die sehr reale Möglichkeit, daß der Widerstand gegen die Rechtschreibneuregelung, der sich im Herbst 1996 organisiert hat, das bescheidene Reformwerk noch zu Fall bringt. Zumindest wird noch lange, vielleicht jahrelang Unsicherheit herrschen, welche Orthographie denn nun gelten soll, die alte oder die neue. Und auch wenn die ganze deutsche Einheitsorthographie dabei schließlich zum Teufel geht, kann niemand mehr etwas an diesem Gang der Dinge ändern.

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