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Sprache / Artikel zur Sprache XXXXXXXXXXXXXXXXXXXX / ZEIT Meuchelwort/Wörterbericht
 

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"Meuchelwort" (S. 2) und "Wörterbericht" (S. 56)
von Josef Joffe bzw. Ulrich Greiner

DIE ZEIT Nr. 25/2007

Joffe berichtete von einer „Gesellschaft für bedrohte Wörter“, die ein neues Artensterben ausgemacht habe. Begriffe wie „Kleinod“ und „Labsal“ seien vom Tode bedrängt. Und was ist mit „Kita“, was früher einmal ein „Kindergarten“ war? Bekanntlich hat dieses zu den schönsten deutschen Wörtern gehörende Wort einen Platz im Wortschatz vieler anderen Sprachen (englisch, hebräisch) erobert. Kita, so Joffe, sollte nicht „zeitnah“, sondern „rasch/alsbald/demnächst gemeuchelt“ werden.

Weitere Wortschöpfungen sollten „etwas zeitferner“ folgen: „ein Stück weit", „davon ausgehen“, „einmal mehr“, „aufoktroieren“, „erzwingen“ und, eine besonders häßliche Einstellung zeigend „Neubeelterung“, „Hortnerin“, „Patientengut“.

Dies sei nur eine „Pre-View“ gewesen. Nächstes Mal sei „Marketing-Sprech“ dran. Joffe: Die Power-Point-Sprache ist das Ende aller westlichen Zivilisation.    

Greiner nennt den mit den neuen Studiengängen eingeführten „Bachelor“ ein sprachliches Ungetüm, an dem selbst anglophile Zungen zerbrechen. Dieser ästhetische Mißgriff, so Greiner weiter, wäre allein schon ein hinreichender Einwand gegen die Vokabel und damit gegen die Sache gewesen. Man hätte natürlich den im Mittelalter gebräuchlichen Titel des Bakkalaureus wieder einführen können, aber das hätte altertümlich deutsch geklungen und eben nicht innovativ englisch, wie es die Mode gebietet.“

Auch die deutsche Sprache, oft nicht schmeichelhaft klingend, habe eine musikalische Seite, meint Greiner, die man nicht unnötig beschädigen sollte. An vielen Anglizismen störe vor allem auch der Misston, den sie im deutschen Klangraum erzeugen müssen. Und „Bätscheler“ klinge grobgesagt bekloppt.

Leserbriefe

 



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